Reinigungs- und Spüleinrichtungen für Spritzgeräte und Lackversorgungskomponenten
Die zu reinigenden Komponenten von Spritzeinrichtungen umfassen
- Zerstäuber und periphere Zerstäuberteile (z. B. Außenelektroden bei elektrostatischen Wasserlack-Sprühgeräten),
- Fördereinrichtungen für Lack- und Spülmaterialien (z. B. Fließbecher, Druckbehälter, Zahnradpumpen etc. für Druckluftzerstäuber; Kolben- oder Membranpumpen für Airless®-Zerstäuber),
- Lackschläuche und Verbindungsarmaturen
Alle lackberührenden Teile dieser Gerätekomponenten sind beim Reinigungsvorgang zu säubern. Maßnahmen, die den Einsatz von Reinigungsmitteln und die Lackverluste bei der Spritzgerätereinigung von vornherein vermindern oder sogar ausschließen, tragen am wirksamsten zu einem „ökoeffizienten“ Prozess bei:
- Kontingentierung der Reinigermenge auf die erforderliche Minimalmenge,
- Durchführung von Lackwechseln ohne Spülmittel bei Grundierungen bzw. optisch weniger anspruchsvollen Lackierungen,
- Verringerung des Reinigungsaufwands durch Aufeinanderfolge gleicher oder ähnlicher Farben („Farbblöcke“),
- Auswahl optimal abgestimmter Reinigungsmittel,
- Entleeren der Lackversorgungsleitungen vor der Reinigung durch „Leerspritzen“ oder durch Rückführung des Lackmaterials zwischen Dosierpumpe und Spritzgerät in die Versorgungsleitung (z. B. mithilfe der Molchtechnik),
- Verwendung getrennter Spritzsysteme für Lösemittel- und Wasserlacke,
- Minimierung der Lackschlauchdimensionen,
- Minimierung der Spülstrecke bei der 2-K-Lackverarbeitung
- Verwendung von VOC-armen oder -freien Spülmedien
- Recycling von Spülmedien.
Im Folgenden sind diejenigen Maßnahmen aufgeführt, die bestehende Applikationseinrichtungen ergänzen können bzw. von vornherein integriert sind (Prinzipien der Lösemitteleinsparung sowie Auffang- oder Kreislaufsysteme):
Handhabungshilfen für manuelle Auffangeinrichtungen
Für Reinigungsmittel-Auffangbehälter und Waschtische empfehlen sich folgende Maßnahmen:
- Abdichtende Abdeckungen (selbsttätig schließende Deckel),
- Sammeleinrichtungen zum gezielten Aufsetzen des Lackzerstäubers beim Ausspritzen (z. B. trichterartige Adapter).
Technische Einrichtungen für manuelle und teilautomatisierte Reinigungsprozess
- Reinigungshilfen für Lack-Spritzdüsen (z. B. Wendeschalter für Airless®-Düsen, Pistolenhalterungen),
- Injektoren bzw. Mischköpfe zur Erzeugung eines reinigungsintensiven Lösemittel-Luftgemischs,
- Kombinierte Reinigungseinrichtung mit Auffangeinrichtung und Lösemittel-Luftgemisch-Reinigung
Reinigungsgeräte (geschlossene Geräte und Schnellreinigungssysteme für Lackkanal und Luftdüse)
Für druckluftbetriebene Becherpistolen sowie für Airless®-Pistolen können geschlossene Reinigungsgeräte verwendet werden, mit denen eine Komplettreinigung der Pistolen, Düsen, Lackbecher sowie Airless®-Pumpen und -schläuche möglich ist. Weiterhin sind spezielle Luftkappenreinigungsgeräte (Bürsten- oder berührungslose Systeme) auf dem Markt. Für Fließbecherpistolen sind Reinigungsgeräte für Lackkanal und Luftdüse mit Reinigungszeiten von ca. 20 s verfügbar.
Modulare Reinigungs- und Farbwechseleinrichtungen für die Kleinmengen-Lackverarbeitung
Während bei Großserienlackierungen die Arbeitsabläufe der Reinigungs- und Farbwechselprozesse weitgehend automatisiert wurden, können durch den Aufbau eines modularen Lackversorgungssystems mit Komponenten, die vor allem in der Automobilindustrie bereits bewährt sind, individuelle Systemlösungen auch bei Verarbeitern kleinerer Lackmengen eingesetzt werden.
Entwicklungen für automatisierte Reinigungsprozesse
Diese Reinigungs- und Lackwechselanlagen zielen auf konstruktive, verfahrens- und messtechnische Verbesserungen, um sehr geringe Lack- und Reinigungsmittelverluste bzw. verminderte Spülzeiten zu erzielen, u. a.:
- Sensoren zur Feststellung der ausreichenden Reinigungsqualität (Lackrestkonzentration),
- Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit des Spülmittels in den zu reinigenden Leitungen durch Verminderung des Strömungswiderstandes bzw. Erhöhen des Materialdrucks,
- Verlagerung des Farbwechselblocks möglichst nahe an den Zerstäuberkopf.
- Beim Verarbeiten von Sonderfarben kann mit neuen Konzepten auf ein Lackringleitungssystem verzichtet werden. Prinzipiell werden dabei kleine Lackwechselbehälter verwendet, die zentral mit der erforderlichen Lackmenge befüllt und im Applikationsbereich direkt am Lackierautomat angedockt werden.
