- Fehler: Einschlüsse
- Substrat: Pulverbeschichtete Werkstücke
- Ursache: kalte Wintertage, zu geringe Luftfeuchtigkeit
- Mögliche Lösung: Luftfeuchtigkeit erhöhen

Abbildung 1 zeigt eine in die Pulverlackschicht eingebettete Faser. Dies ist den DFO-Experten zufolge ein häufiger Beschichtungsfehler.
Schuld an den höheren Fehlerraten an kalten Wintertagen ist das Wetter! Was sich wie eine „faule“ Ausrede anhört, kann durchaus plausibel sein. Es wird immer wieder diskutiert, inwiefern Luftfeuchtigkeit die Pulverlackapplikation beeinflusst. Meistens drehen sich diese Diskussionen darum, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit die Applikation erschweren kann. Zur Applikation von Pulverlacken wird dieser ja mit Hilfe von Luftionen, die mit Koronaelektroden erzeugt werden, elektrostatisch aufgeladen. Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit werden diese Luftionen zum Teil neutralisiert, die Effizienz der Aufladung nimmt ab. Aus diesem Grund sollten Betreiber von Pulverlackieranlagen auf eine möglichst trockene Umgebungsluft achten. Bei der Applikation werden aber sehr viel mehr Luftionen erzeugt, als für die Aufladung der Pulverlacke benötigt werden. Die Pulverlackierkabinen bestehen normalerweise aus nicht elektrisch leitfähigem Kunststoff. Der nicht elektrisch leitfähige Werkstoff Kunststoff wird bewusst gewählt, um eine Ablagerung der Pulverlackpartikel auf der Oberfläche zu verhindern. Was man nicht verhindern kann, was aber normal ist, ist die Ablagerung der Luftionen/Elektronen auf der Oberfläche der Kunststoffkabine. Normalerweise „fließen“ diese Elektronen über Feuchtigkeit der Luft von der Oberfläche der Kunststoffkabine ab. Ist die Luft jedoch zu trocken, so funktioniert dieser Effekt nicht. Misst man unter solchen Umgebungsbedingungen mit einer Feldmühle (Elektrofeldmeter) die Ladungen auf der Pulverkabine, so kommt man schnell auf Werte von 20 – 40 KV (= 20.000 bis 40.000 V). So aufgeladene Pulverkabinen wirken dann wie ein Elektrofilter; sie „sammeln“ Stäube, Fasern etc. auf der Oberfläche.
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Solche Effekte erkennt man daran, dass sich auf der Außenseite der Kabinen graue bis schwarze Beläge „bilden“. Wenn diese Partikel dort verbleiben würden, hätte man eigentlich kein Problem. Die so aufgeladenen Partikel und hier insbesondere sehr kleine Fasern möchten die aufgenommenen Ladungen jedoch lieber abgeben. Da das über den elektrisch nicht leitfähigen Kunststoff nicht gelingt, ist der „idealste“ Weg die Abscheidung der Partikel auf dem gut geerdeten Werkstück.
Dies ist prinzipiell der gleiche Weg, den auch die Pulverlackpartikel nehmen. „Kritische“ Luftfeuchtigkeiten liegen typischerweise bei Werten unterhalb von 30% rel. Luftfeuchtigkeit. Solche Werte hat man nicht, wie man zunächst annimmt, in trockenen Sommermonaten, sondern in kalten Wintern. Dann ist Luftfeuchtigkeit der kalten Außenluft sehr niedrig. Wird diese Luft erwärmt und die Lackiererei eingeblasen, so gelangt man zu „gefährlich“ niedrigen Luftfeuchtigkeiten.
