Steigende Energiekosten sind in der heutigen Zeit auch für Lackierbetriebe eine wachsende Herausforderung. Die Preise für Energieträger, wie z.B. Erdgas und Strom sowie der politische Druck – Stichwort CO2-neutrale Produktion – machen in der heutigen Zeit das Energieeinsparen zur gelebten Notwendigkeit. Es bewegt sich nicht nur die Automobilindustrie in diesem Spannungsfeld, sondern auch der lackiertechnische Mittelstand ist gefordert, sich dieser Aufgabe sinnvoll zu stellen, ohne die hohen Ansprüche an Qualität und Wirtschaftlichkeit aus dem Auge zu verlieren. Konkrete Maßnahmen beschäftigen sich demzufolge mit der Frage, welche Hebel hierzu genutzt werden können.
Verschiedenste hochrangige Fachexperten bieten in diesem Online-Nachschlagewerk unterschiedliche Ansätze zur Überprüfung der eigenen Prozesse und zur Installation neuer Lösungen. BBeginnen können Anwender beispielsweise mit der ISO 50001, aber auch andere Möglichkeiten wie z. B. EMAS stehen zur Verfügung. Informationen zum Energiemanagement liefert Dr. Oliver Tiedje in seinem Videobetrag. Wie dann die Umsetzung erfolgen kann deckt Michael Nazar Bogdan in seinem Vortragsvideo ab. Dieses Dokument dient zum Aufbau eines systematischen Energiemanagements inklusive Zertifizierung. Auch der VDMA bietet mit dem Einheitsblatt 24378 eine Option. Mit dem dort beschriebenen Vorgehen ist eine Prognose des Energieverbrauchs von Lackieranlagen möglich. Einen Überblick über relevante VDMA Einheitsblätter finden Sie hier. Ein weiterer Ansatz, der sogar noch dabei unterstützt die VOC-Verordnung einzuhalten ist der Einsatz von Nachverbrennungsanlagen. Hier gibt es verschiede Möglichkeiten das Abgas zu reinigen und die enthaltene Energie zu nutzen wie im Fachtext zur VOC-Verordnung zu sehen ist. Ein Teil der Abgase fällt auch im Trocknungsprozess an. Dieser ist grundlegend einer der „Energiefresser“ im Beschichtungsprozess zu bezeichnen. Gerade die Umlufttrocknung bei hohen Temperaturen schraubt den Ressourcenverbrauch nach oben, es gibt aber alternative Verfahrensvarianten zur Vernetzung/Härtung von Beschichtungsstoffen. In manchen Fällen kann hier das Strahlungshärten eine sinnvolle Alternative sein, das sowohl für Holz als auch für Kunststoffe und Metalle angewandt werden kann. Aber nicht nur im finalen Abschnitt der Beschichtung lässt sich Energie sparen. Auch in der Vorbehandlung, der Beschichtung selbst und in weiteren peripheren Komponenten lässt sich eine Reduktion des Verbrauches mit geeigneten Maßnahmen umsetzen. Bei der Lackierung muss je nach angewandtem Prozess an den relevanten Parametern geschraubt bzw. die Anlagentechnik entsprechend angepasst werden. Dabei kommen ganz unterschiedliche Möglichkeiten für das Elektrostatische Lackieren, das Elektrotauchen, das Pulverbeschichten und das Bandbeschichten in Betracht. In der Peripherie lassen sich u. a. die Fördertechnik, die Sprühnebelabscheidung Sprühnebelabscheidung oder die Druckluft überprüfen und ggf. anpassen. Eine Installation eines Wärmeverbundes ist ebenfalls denkbar. Um autarker arbeiten zu können wäre ebenfalls die Installation eines Blockheizkraftwerkes oder anderen spannenden Anwendungen denkbar. Doch dies sind nur einzelne Komponenten eines großen Gesamtsystems. Einen guten Überblick zu den vorhandenen Möglichkeiten im Verbund bieten die Fachtexte Energieverbrauch von Lackieranlagen senken und Ultraeffizienz-Fabrik. Und natürlich dient auch die Technologisierung bzw. Digitalisierung des Beschichtungsprozesses einiges an Potenzial um das Verfahren effizienter zu gestalten.