Hallo!
Wo finde ich Informationen zu Prüfungen / Labortests um die besonderen Eigenschaften von UV härtenden Lacksystemen (als da wären Ammoniak-Festigkeit und Dunkelvergilbung) abzuprüfen, unterschiedliche Lacksysteme zu vergleichen und weitgehend objektive Prüfergebnisse zu erhalten?
Ammoniak verursacht eine weitgehend irreversible Gelbverfärbung der Oberfläche, während die Dunkelvergilbung in der Regel reversibel ist.
Gibt es zu diesen (intrinsischen) Materialeigenschaften ggf. bereits Norm-Tests und genormte Prüfverfahren?
Guten Tag Herr Breitenbach,
so ganz habe ich Ihre Fragestellung noch nicht verstanden. Es gibt keine speziellen Normen für die Prüfung der Chemikalienbeständigkeit, und darum handelt es sich ja, von UV härtenden Beschichtungen. Es gibt jedoch z.B. die Normreihe DIN EN ISO 2812 - Beschichtungsstoffe - Bestimmung der Beständigkeit gegen Flüssigkeiten. Die Normreihe kann man im Prinzip für jede Flüssigkeit und jede Beschichtung anwenden. Beantwortet das Ihre Frage? Ansonsten einfach noch einmal melden.
Gruß Ernst-Hermann Timmermann
Hallo Herr Timmermann! Vielen Dank, das hat mich schonmal ein Stückchen voran gebracht. Ich denke sie reden von der DIN EN ISO 2812-4:2018-03, wo mittels des Fleckverfahrens die einzelnen Substanzen aufgebracht werden. Ich müsste mir die Norm jedoch noch besorgen. Eine Ähnlichkeit besteht wahrscheinlich zu den einschlägigen Möbelnormen, bei welchen auch eine Chemikalienbeständigkeit mit haushaltsüblichen Substanzen geprüft wird (DIN 438-2; DIN 68861-1). Was jedoch für mich noch nicht greifbar ist, ist die Feststellung eines Wertes für die Dunkelvergilbung einer Oberfläche (Abdecken der Fläche führt zu Vergilbung, Lichtlagerung verschiebt die CIE b-Achse wieder in den blauen Bereich). Ich möchte damit das Alterungsverhalten in der Nutzungsphase abprüfen und in objektive Werte fassen. Alterung hat hier natürlich nicht nur mit dem Einwirken von Flüssigkeiten (z.B. durch Anwendung von ammoniakhaltigen Reinigern durch den Endnutzer) sondern auch mit Licht- Wärme- und Feuchtigkeitswechseln zu tun. Ich nehme an, dass das ein recht komplexes Thema ist, an welchem sich bei der Entwicklung auch Lacktechniker und Chemiker die Zähne ausbeißen (oder ausbeißen sollten!). Für mich gilt aber, im Vergleich das bessere Produkt zu finden. Und der Vergleich sollte objektiven Kriterien genügen und bestenfalls unter standardisierten Bedingungen erfolgen.
Guten Tag Herr Breitenbach,
ja ich denke z.B. an die DIN EN ISO 2812-4 aber auch die DIN EN ISO 2812-3. Die DIN EN ISO 2812-3 arbeitet mit saugfähigen Materialien (Filterpapier, Wattepad etc.). Die Möbelnormen kenne ich nicht. Wird aber vermutlich ähnlich sein.
Für die genaue Bewertung (visuell ist ja i.d.R. sehr subjektiv) kann man sicherlich ein Farbmessgerät einsetzen. Ich würde dann die nicht beanspruchte Probe als Standard nehmen und dann den Farbtonabstand zur beanspruchten Probe messen. Dabei würde ich immer alle Einzelabweichungen (ΔL, Δa, Δb) und das ΔE berücksichtigen. Ggf. kann man auch den Glanzverlust messen.
Ja, die Beanspruchungskombination ist da auch ein spannendes Thema. Wir bearbeiten da gerade eine "vergleichbare" Aufgabenstellung im Rahmen eines öffentlich geförderten Projektes. Dort geht um die Entwicklung eines Prüfverfahrens für die Rotorblattbeschichtung. Ein Abstract finden Sie hier im Experten Netzwerk unter diesem Link: https://www.expertennetzwerk-besserlackieren.de/expertenwissen/forschungsarbeiten-dfo/. Bei den Rotorblättern ist das eine Kombination aus Bewitterung, Regenerosion etc. Ein Tipp: Wir haben uns am Anfang überlegt welches die Beanspruchungsarten sind und daraus einen "Beanspruchungsverlauf" entwickelt.
Gruß Ernst-Hermann Timmermann
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