Die Beschichtung von Blechbändern (Coil) und Blechzuschnitten (Platinen) in Verbindung mit der nachfolgenden Umformung zu dreidimensionalen Teilen („Precoating“) stellt für Pulverlacke eines der größten Potenziale an zu beschichtenden Oberflächen dar. Das Precoating mit Pulverlacken vereinigt die materialspezifischen Stärken der Pulverbeschichtung, insbesondere die Erzeugung hoch beanspruchbarer Schichten in einem einzigen Prozessschritt, die Erzeugung vielfältiger Oberflächenstrukturen und Effekte sowie den Wegfall von VOC-Emissionen mit den verfahrenstechnischen Vorteilen gegenüber der klassischen Stück-gut-Pulverbeschichtung nach dem Umformprozess („Postcoating“), insbesondere hinsichtlich Material- und Energieverbrauch, Platzbedarf und Investitionskosten.
Derzeit werden in Europa jährlich weniger als 10.000 t Pulverlacke für das Precoating von Coils und Platinen verbraucht. Abnehmer der Coils und Platinen ist bisher überwiegend die Bauindustrie, welche die pulverbeschichteten Bleche zu meist einfachen Teilen wie beispielsweise Profilteilen, Kassetten und Gehäuseverkleidungen umformt. Ein großes, aber bisher noch weitgehend unerschlossenes Marktpotenzial für den Pulver-Precoating-Prozess liegt im Bereich komplexerer, dreidimensionaler Teile aus Aluminium- und Stahlblech, unter anderem für den Automobilbereich. Bei der Erschließung dieser Marktpotenziale bestehen folgende Herausforderungen: