Aufgaben des Trocknens und Härtens
Am Ende des Verfahrensablaufs einer Beschichtung steht das Trocknen und Aushärten einer Lackschicht. Organische Lösemittel oder Wasser helfen, während des Beschichtungsvorganges und der Filmbildung die Lackeigenschaften optimal einzustellen. Im Zuge des Trocknungsprozesses werden die Lösemittel durch Verdunsten oder Verdampfen ausgetrieben und verbleiben im Gegensatz zu anderen Lackbestandteilen nicht in der erzeugten Lackschicht. Beim Härten wird durch chemische Reaktion eine Vergrößerung der Moleküle des Bindemittels erzielt. Je nach Reaktionsart unterscheidet man Polymerisation, Polykondensation, Polyaddition und oxidative Trocknung. Es gibt Beschichtungen, die nur getrocknet (physikalischer Vorgang) oder nur gehärtet (Reaktion zweier oder mehrerer Komponenten) werden; bei den meisten Lacken aber folgt auf einen Trocknungsprozess ein Härtungsprozess. Eine Besonderheit stellen die lösemittelfreien Pulverlacke dar, die mit einem Festkörperanteil von 100% zuerst angeliert und anschließend vernetzt werden.
Beim Trocknen wie beim Härten wird dem Lackiergut direkt oder indirekt (Wärme-) Energie zugeführt. Wenn im Folgenden von Trocken- bzw. Härteverfahren berichtet wird, dann ist davon auszugehen, dass die Verfahren mehr oder weniger für beide Prozesse geeignet sind.
Trocknungsverfahren
Im Folgenden sind alle gebräuchlichen Trocknungsverfahren nach physikalischen Gesichtspunkten zusammengestellt und beschrieben.