DIN NAB hat aktuell neun Normen zur Bewertung der Oberflächengüte

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Materialeigenschaften bilden die Grundlage für eine gelungene Beschichtung. Nur wenn Sicherheitsaspekte berücksichtigt sind, Nachhaltigkeitswerte bekannt sind und auch die Benetzbarkeit passend eingestellt ist, kann die Schutzwirkung des Systems zuverlässig sichergestellt werden. Um die Anforderungen an moderne Beschichtungsmaterialien valide zu prüfen, bringt DIN NAB derzeit eine Vielzahl entsprechender Normen auf den aktuellen Stand der Technik.
Sicherheitsrelevante Prüfungen sind Kern bei der Verarbeitung von Lacken. Die aktuell überarbeitete DIN EN ISO 9038 regelt die Bestimmung der Weiterbrennbarkeit von Flüssigkeiten bei Temperaturen bis zu 100 °C. Mit der Prüfung kann bestimmt werden, ob ein flüssiges Produkt, das auf Grund seines Flammpunktes als entzündbar eingestuft würde, bei den beispielsweise in Vorschriften angegebenen Temperaturen, selbst erhaltend weiterbrennt. Das Verfahren wird u. a. für pigmentierte Beschichtungsstoffe, Klarlacke, Lösemittel und Klebstoffe angewendet, sofern diese einen Flammpunkt besitzen. Es ist nicht zum Beurteilen der Brandgefahr beschichteter Oberflächen anwendbar. Zusätzlich zur Bestimmung des Flammpunktes ist dieses Prüfverfahren zum Beurteilen der Brandgefahr eines Produktes anwendbar. Im Zuge der Überarbeitungen wurden u. a. Hinweise zu möglichen Zünd- und Brandszenarien während der Prüfung ergänzt.
Die Ermittlung des Gehalts an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) und schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOC) ist in der überarbeiteten DIN EN ISO 11890-1 und -2 geregelt. Teil 1 beschreibt ein gravimetrisches Verfahren und erweitert den Anwendungsbereich auf Mehrkomponenten- und strahlenhärtende Systeme. In der überarbeiten Norm wurde der Anwendungsbereich des VOC-Gehaltes von 15 % auf 5 % gesenkt und Matrices hinzugefügt, die zuvor von nicht abgedeckt wurden. Zusätzlich haben die Experten das Prüfverfahren auf die Anwendung von Mehrkomponenten-Beschichtungsstoffen und strahlenhärtenden Beschichtungsstoffen erweitert. Teil 2 der DIN EN ISO 11890 definiert das gaschromatographische Verfahren zur VOC- Bestimmung. Hier wurden einige formale Änderungen durchgeführt und die normativen Verweisungen angepasst.

Benetzbarkeit und Oberflächenspannung
Zur Beurteilung der Benetzbarkeit von Beschichtungsstoffen wurde ein großer Teil der Normenreihe DIN EN ISO 19403 überarbeitet. Teil 2 beschreibt die Bestimmung der freien Oberflächenenergie fester Oberflächen durch Kontaktwinkelmessung. In der Versuchsbeschreibung wurde die Mindestgröße der Proben auf 4 cm x 4 cm geändert, die Definition des Fortschreitabschlusswinkels hinzugefügt, die Beschreibung um Angabe zum Kameraneigungswinkel erweitert und die Verwendung von Ethylenglykol als Prüfflüssigkeit gestrichen. In Teil 3 steht die Bestimmung der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten mit der Methode des hängenden Tropfens im Fokus. In der aktualisierten Norm wurde unter anderem die Worthington-Zahl hinzugefügt. Teil 4 und 5 legen Verfahren zur Ermittlung der polaren und dispersen Anteile der Oberflächenspannung fest – einmal auf Basis der Grenzflächenspannung, einmal über Kontaktwinkelmessungen auf einem Festkörper mit rein dispersem Anteil. In Teil 4 wurde die Anforderung an die Wanddicke der Küvette auf 2 mm reduziert und die Anforderung der Referenzflüssigkeit von farblos in transparent geändert. Teil 5 enthält seit der Überarbeitung nun Informationen über die dynamische Kontaktwinkelmessung. Die weiteren Teile der Normenreihe DIN EN ISO 19403 befassen sich mit dynamischen Kontaktwinkeln. Teil 6 beschreibt deren Messung durch Volumenänderung eines Tropfens, Teil 7 über die Bestimmung auf einem Neigetisch. In beiden Normen wurden u. a. Begriffe präzisiert, die Prüfkörpergrößen wie zuvor beschrieben angepasst und die möglichen Prüfmedien wie in Teil 3 aktualisiert.
Zum Netzwerken:
DIN – Normenausschuss Beschichtungsstoffe und Beschichtungen (NAB), Berlin
Bernd Reinmüller, Tel. +49 30 2601-2447
bernd.reinmueller@din.de, www.din.de